Orbea Lab: Gegen die Reichweitenangst

RS Range

Keine Frage: die Reichweitenangst gibt es wirklich. Bei Elektroautos ist die Reichweite der entscheidende Faktor für die Kaufentscheidung. Doch schon auf Platz zwei folgt die Frage, wie viel Spaß das Fahren mit dem Auto eigentlich macht. Es gibt also offensichtlich doch so einige Gemeinsamkeiten zwischen E-Autos und E-Bikes.

Wer schonmal mit dem E-Mountainbike unterwegs war, kennt dieses bange Gefühl. Reicht die Akkuladung wirklich noch, damit ich nach dieser Abfahrt auch den nächsten Anstieg meistern kann? Oder geht mir der Saft aus und meine Mitfahrer:innen müssen mich anschieben – oder fahren gar einfach weiter?

Als Antwort auf dieses Problem reagieren die Hersteller meist mit größeren Akkus für eine höhere Reichweite. Akkus, die wiederum einen Rahmen erfordern, der nicht nur genug Platz für das zusätzliche Volumen bietet, sondern auch das Mehrgewicht tragen kann. So wird nicht nur der Akku schwerer, sondern auch der Rahmen selbst. Manchen Menschen ist es das wert, denn es geht ihnen vor allem um die größtmögliche Unterstützung an ihrem E-MTB für richtig raues Terrain. Doch immer mehr Menschen sind auf der Suche nach einer anderen Art des E-Mountainbikes. Nach einem leichten Bike, das ein natürliches Fahrgefühl vermittelt und dabei jede Menge Spaß macht.

Können wir diesen Menschen ihre Wünsche erfüllen, ohne Kompromisse bei der Reichweite eingehen zu müssen? Können wir ein leichtes, agiles E-MTB bauen, ohne seine Fahrer:innen der gefürchteten Reichweitenangst auszusetzen?

Diese Fragen standen für uns am Anfang der Entwicklung unseres RS Konzepts für das Orbea RISE. Lasst uns einen genaueren Blick darauf werden und euch zeigen, welche Antworten das RISE gibt.

Bikes für lange Touren

Bei manchen Biker:innen sorgt das RISE für Verwirrung – und das können wir nachvollziehen. Einerseits preisen wir das RISE als Bike für lange Touren an. Und andererseits kommt es mit einem kleinen 360-Wattstunden-Akku, der manche an unseren Aussagen zur Reichweite zweifeln lässt.

Deshalb möchten wir nochmal auf unsere drei wesentlichen Punkte eingehen, dank derer das RISE eine hohe Reichweite für lange Rides bieten kann, ohne zusätzliches Gewicht auf die Waage zu bringen.

1- Der 1,5x Faktor

Warum unser RS Konzept einen großartigen Tag auf den Trails verspricht? Weil der leichte Akku und der geringe Energieverbrauch im Zusammenspiel mit der Power aus euren Beinen für eine um den Faktor 1,5 höhere Reichweite sorgen.

In Zusammenarbeit mit Shimano haben unsere Ingenieure den EP8-Motor mit unserer RS Firmware so konfiguriert, dass er ein besonders natürliches Unterstützungsgefühl bietet, das perfekt zu Trittfrequenzen zwischen 75 und 95 Umdrehungen pro Minute passt. Genau in diesem Bereich pedalieren auch die meisten Mountainbiker:innen am effizientesten. Sprich: Mensch und Maschine laufen gemeinsam zur Höchstform auf und sorgen dabei für großen Spaß und eine hohe Reichweite.

Auf diese Weise bietet der RS Akku des RISE mit seinen 360 Wattstunden die gleichen Fahrzeiten und Reichweiten wie ein 540-Wattstunden-Akku in einem herkömmlichen E-Mountainbike.

Mehr Informationen über das RS Concept findet ihr hier:

2- Einen besseren Akku entwickeln

Der Akku ist eines der auffälligsten Bauteile eines E-Bikes. Deshalb haben wir beim RISE alles unternommen, um den leichtesten, kleinsten, und unauffälligsten Akku mit höchster Kapazität zu entwickeln.

Und das RISE kann noch mehr. Denn dank des modularen Akku-Systems lässt sich der kompakte 360-Wattstunden-Akku im Unterrohr mit dem zum Patent angemeldeten Range Extender kombinieren. Dessen zusätzliche 252 Wattstunden bringen das Gesamtsystem auf starke 612 Wattstunden.

Mit seinen 2,1 Kilogramm zählt der Hauptakku zu den wohl leichtesten und dünnsten auf dem Markt. Wir setzen bei unseren Akkus auf die neuste 21700 Zellen Technologie. Diese erlaubt mehr Ladezyklen und ein besseres Wärmemanagement. Dadurch erhöht sich auch die Lebensdauer des Akkus. Sprich: Nach 1000 Ladezyklen verfügt er über eine rund 20 Prozent höhere Kapazität.

Die Integration des Akkus in den Rahmen erlaubt uns weitere wichtige Gewichtseinsparungen, und zwar sowohl beim Rahmen selbst als auch beim Akku.

3- Range Extender

Das RISE ist ein Bike für lange Touren. Aber jetzt mal ehrlich: Wie oft sitzen wir wirklich drei oder gar vier Stunden im Sattel? Und dabei reden wir von drei bis vier Stunden reiner Fahrzeit. Die vielen Pausen, um mal kurz in den Riegel zu beißen, einen Blick auf die Karte zu werfen oder mit den Freund:innen zu quatschen, sind da noch gar nicht einberechnet. Aber natürlich gibt es diese richtig langen Tage auf dem Bike, an denen dann vielleicht auch noch ein paar Höhenmeter dazukommen. Aber nur für diese außergewöhnlichen Tage müssen wir doch nicht dauerhaft einen schweren, großen Akku mit uns herumschleppen, den wir die meiste Zeit über gar nicht benötigen. Genau dafür gibt es unseren RS Range Extender, der 252 Wattstunden für noch mehr Abenteuer bietet.

Im Zusammenspiel mit dem integrierten Hauptakku kommt das RISE so auf eindrucksvolle 612 Wattstunden. Das entspricht etwa 900 Wattstunden bei einem herkömmlichen E-Mountainbike und sollte euch selbst durch die längsten Touren bringen.

Eingesetzt in unseren Flaschenhalter am Unterrohr liefert der Range Extender sofort Energie. Einfach einstecken und los geht’s. Aber eben nur dann, wenn ihr ihn auch wirklich braucht. Sonst lasst ihr ihn einfach daheim und packt stattdessen die Trinkflasche in den Halter. Und falls es tatsächlich mal nötig sein sollte, könntet ihr sogar mehrere Range Extender mitnehmen.

Daten aus dem wirklichen Leben

Im Einsatz auf echten Touren kommen wir im ECO Modus allein mit dem Hauptakku regelmäßig auf Rides mit um die 2500 Höhenmetern. Mit dem Range Extender steigt diese Zahl auf weit über 3500 Höhenmeter. Die meisten Fahrten enden allerdings deutlich, bevor diese Grenze erreicht ist. Kürzlich erreichte einer unserer Botschafter gar nur mit dem Hauptakku 2867 Höhenmeter auf einer Strecke von über 70 Kilometern.

Dabei hängt die Reichweite eines jeden E-Bikes stark vom Menschen im Sattel, den äußeren Umständen und der gewählten Unterstützungsstufe ab. Entsprechend schwierig ist es, eine konkrete Antwort auf die Frage nach der Reichweite eines E-Bikes zu geben. Sinnvoller ist da die Angabe der ungefähren maximalen Reichweite, kombiniert mit einem Blick auf die wichtigen Faktoren, welche die Reichweite beeinflussen.

Dazu haben wir Wiederholungstest auf stets der gleichen Strecke, aber unter wechselnden Bedingungen, mit unterschiedlich schweren Fahrer:innen und unterschiedlichen Unterstützungsstufen durchgeführt und die Unterschiede in der Reichweite ermittelt. Die Reichweite haben wir dabei in Höhenmetern angegeben.

1- GEWICHT VS REICHWEITE

Wenn wir Testfahrerin oder Testfahrer einen 20 Kilogramm schweren Rucksack auf den Rücken gesetzt haben, konnten wir eine um etwa 20 Prozent geringere Reichweite messen. Zur Veranschaulichung: Würde Fahrer:in A 90 Kilogramm wiegen und Fahrer:in B 70 Kilogramm, käme Fahrer:in A beim gemischten Einsatz der Unterstützungsstufen ECO und TRAIL mit gelegentlicher Nutzung der BOOST-Stufe auf etwa 1800 kommen, während Fahrer:in B es auf über 2100 Höhenmeter brächte.

2- UMGEBUNGSBEDINGUNGEN VS REICHWEITE

Zu den wichtigsten Faktoren zählen die Bedingungen auf den Trails und auch die Art der Trails selbst, auf denen ihr unterwegs seid. Wenn ihr an einem richtig matschigen Tag und bei niedrigen Temperaturen unterwegs seid, könnt ihr mit einer um mehr als 40 Prozent geringeren Reichweite rechnen.

3- UNTERSTÜTZUNGSSTUFE VS REICHWEITE

Die Wahl der Unterstützungsstufe hat großen Einfluss auf die Reichweite. So sinkt die Reichweite in der Unterstützungsstufe TRAIL verglichen mit ECO um etwa 22 Prozent und um weitere 20 Prozent, wenn ihr im BOOST-Modus unterwegs seid.

DURCHSCHNITTSGESCHWINDIGKEIT IN UNSEREN TESTS

Während unserer Testfahrten haben wir auch die Durchschnittsgeschwindigkeiten aufgezeichnet. Besonders interessant ist der Blick auf diese Werte bei den unterschiedlichen Bikes. So war etwa das RISE im TRAIL Modus mit einem trainierten Fahrer rund 35 Prozent schneller als das OCCAM. Beim WILD FS im Modus PISTA waren es gar 50 Prozent. Sprich: Für einen Anstieg, der mit dem OCCAM 40 Minuten dauert, braucht ihr mit dem RISE etwa 29 Minuten und mit dem WILD FS nur 20 Minuten.

Dabei gilt es zu bedenken, dass die Fitness der Fahrerin oder des Fahrers die Durchschnittsgeschwindigkeit des RISE stark beeinflusst, während sie beim WILD FS eine deutlich kleinere Rolle spielt. Wir haben die Tests mit einem durchschnittlich trainierten Fahrer durchgeführt. Bei einem gut trainierter Fahrer mit frischen Beinen läge die Durchschnittsgeschwindigkeit des RISE deutlich näher an der des WILD FS.

Diese Faktoren spielen für die Planung der Touren und das Akku-Management eine wichtige Rolle. Und im Zweifel habt ihr ja immer noch den Range Extender als Option. Aber selbst wenn eurem Akku tatsächlich mal der Saft ausgehen würde, kommt ihr dank des leichtgängigen Tretlagers des leichten RISE immer noch ohne allzu große Probleme nach Hause.

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