27 March, 2025

Forgotten Depths

Malerisch im Vinschger Oberland gelegen, ist der Reschensee bekannt für den ebenso unheimlichen wie bezaubernden Kirchturm, der aus den Fluten hervorragt. Er zeugt davon, wie der Eingriff des Menschen in die Natur das Leben der örtlichen Gemeinschaft tiefgreifend verändert hat.

Ludwig Schöpf erzählt die tragische Geschichte des Ortes, der inmitten der weitverzweigten 3-Länder Enduro Trails liegt.

Zur Mitte des 20. Jahrhunderts wurde die ganze Gegend geflutet, um drei natürliche Seen – Reschensee, Mittersee und Graunsee – zu einem großen Stausee zu verbinden, mit dem Wasserkraft für die umlegende Region erzeugt werden sollte.

Zwar war die Unternehmung erfolgreich, doch die Kosten waren hoch: Der Ort Graun und Teile von Reschen wurden von den Wassermassen verschlungen, und Hunderte von Anwohnerinnen und Anwohnern mussten umgesiedelt werden.

Der emotionale und kulturelle Preis, den die Gemeinde zahlen musste, war immens, denn viele Menschen mussten ihre angestammte Heimat verlassen und ihr Leben anderswo neu beginnen.

Bekanntheit erlangte das versunkene Dorf durch den Kirchturm aus dem 14. Jahrhundert, der sich trotzig über die Wasserfläche erhebt. Wenn der See im Winter zugefroren ist, laufen Besucher*innen oft hinüber, um das alte Mauerwerk zu berühren.

Über die Jahre ist diese Stätte zu einem Symbol der Widerstandskraft geworden und ein berührender Verweis auf die Geschichte der Gegend.

Heute ist der Reschensee ein beliebtes Ziel für Tourist*innen, die sich an seiner surrealen Schönheit erfreuen – und für Mountainbiker*innen, welche die den See umgebende Bergwelt erkunden wollen.

„Alles im Ort wurde zerstört, auch etwa 80 % von Reschen.“

Ludwig wurde 1952 geboren, kurz nach der Entstehung des Sees. Seit über 40 Jahren erzählt er dessen Geschichte, und er freut sich stets darauf, seinen Projektor aufzustellen und mit Hilfe der Dias ein facettenreiches Bild davon entstehen zu lassen, wie der Ort einst aussah.

Mountainbiker*innen steht ein abwechslungsreiches Trail-Netzwerk zur Verfügung, das sich in alle Richtungen erstreckt.

Östlich von hier gibt es drei Berge – Gipfel 10, Gipfel 11 und Gipfel 12. Sie heißen so, weil zwischen dem Winter und dem Frühling die Sonne um 10 Uhr über dem Gipfel 10 steht, um 11 Uhr über Gipfel 11 und um 12 Uhr über Gipfel 12.

„Wir haben viele verschiedene Trails in den Wäldern und in den Bergen. Der Ort dort oben heißt Plamort, und auf Italienisch bedeutet Plamort ,Tote Fläche‘.“

Mit seinem Wissen hat Ludwig zahllosen Gästen dabei geholfen, sich in der teils harschen Landschaft zurechtzufinden. Und in den letzten Jahren war er eine Schlüsselfigur dabei, Migrant*innen den rechten Weg zu weisen auf ihrer Reise durch die Berge von Italien nach Frankreich, wo sie auf ein neues Leben hoffen.

Rise

Als Orbea Ambassadors entschieden sich Stefano und Simone bei diesem Abenteuer für das Rise – ein Trailbike, das effizient klettert und dabei dank großer Agilität perfekt zum abwechslungsreichen Fahrvergnügen passt, das die Region bietet.

Die Geschichte des Sees mag durchdrungen sein von Verlust und Veränderung, doch sie zeugt auch davon, dass die Folgen des Fortschritts den Geist einer Gemeinschaft nicht schwächen kann, wenn sie einen Weg findet, die Vergangenheit zu ehren, aber dennoch die Zukunft anzunehmen.

TRAILHEADS

Stefano Udeschini

Orbea Ambassador

 

Stefano Udeschini ist ein vollendeter Mountainbiker, außerdem Ausbilder und Guide.

Stefano sucht nach immer neuen Herausforderungen und ist mit Leidenschaft dabei, wenn es ums Thema Mountainbiking geht.

Simone Orlando

Orbea Ambassador

 

Simone Orlando ist ein begeisterter Biker und begabter Mechaniker, der es liebt, neue Strecken zu erkunden.

Simone bringt viel Erfahrung im Downhill und Enduro mit und freut sich immer auf ein episches Abenteuer.