15 October, 2024
Lotto-Dstny beendet in der Lombardei eine großartige Saison
Die Tage werden kürzer, kalte Morgende kündigen sich an und man schaut keinen Radsport mehr zwischen zwei Nickerchen an heißen Sommertagen.
Auf einmal ist Oktober und das Rennen der fallenden Blätter steht bevor. Der Name könnte nicht trauriger sein, und nicht schöner.
Das letzte Monument bringt eine gewisse Nostalgie mit sich und lässt uns gedanklich ein paar Monate zurückgehen an den Jahresanfang: Wir waren erwartungsvoll, nervös und wussten nicht, was die Saison uns bringen würde. Es fühlt sich an, als wären wir wieder zurück in Belgien, wo wir fleißig die ersten rot-blauen Fahrräder für eine Radmannschaft zusammengestellt haben, die das erste Mal auf ihren neuen Orbeas saß.
Wir schauen zurück auf die Saison und genießen es, die verrückte Ruta del Sol nochmals zu durchleben. Wir freuen uns nochmals über den Sieg von Lennert bei der UAE Tour und Maxims Podium beim Strade Bianche. Es schmerzt, die Kälte zu fühlen, die Van Gils gefühlt hat, als er beim Flèche Wallone Geschichte geschrieben hat. Es ist unglaublich, gedanklich zum Tro Bro Leon zurückzukehren, nun in dem Wissen, dass Arnaud nur ein paar Tage später auch der brilliante belgische Meister werden würde. Wir platzen fast vor Stolz beim Anblick des blau-roten U23-Podiums beim Omloop, beim Gedanken an den Etappensieg bei der Tour de France oder an Thalitas Siege und bemerkenswerte Konstanz über die gesamte Saison hinweg.
Der Startschuss in Bergamo holt uns aus unserem Tagtraum zurück. Dieses Jahr ist Como an der Reihe und hat die Ehre, die Fahrer willkommen zu heißen, wenn sie nach 252 anstrengenden Kilometern die Ziellinie überqueren.
Die Vorhersagen waren klar und fast alle Augen ruhten auf dem Mann im Regenbogentrikot. Dennoch hat Lennert vor ein paar Tagen seine Einstellung klar gemacht:
„Natürlich ist Tadej Pogacar wieder der Topfavorit. Aber das sollte uns nicht davon abhalten ein Rennen zu fahren. Wir können uns dieser Überlegenheit nicht einfach ergeben, oder? […] Ich bin entschlossen, die Saison positiv abzuschließen.“
Und genau das hat er getan. Nach einer fantastischen Teamleistung ging es auf die letzten spannenden Kilometer. Der Belgier kämpfte fast bis zum letzten Atemzug um einen Platz auf dem Podium. Am Ende schrieb der Radsport mit all seinen Drehungen und Wendungen Lennert Van Eetvelt mit dem siebten Platz in dieses Kapitel der Annalen des italienischen Monuments.
Es ist fast Zeit für eine Pause. Lotto-Dstny hat sich definitiv ein bisschen Urlaub verdient.
In der Zwischenzeit arbeiten wir bei Orbea weiter. Nun gilt es, alles zusammenzunehmen, was wir in den vergangenen Monaten gelernt haben, vom Feedback der Fahrer*innen, Mechaniker*innen und Leiter*innen, uns ins OOLAB einzuschließen und das, was als Nächstes kommen soll, zu entwickeln. Wir werden dann aus der Zukunft auf diesen Moment zurückblicken und stolz auf das sein, was wir erreicht haben. Wir haben keine Ahnung, welche Emotionen die nächste Saison bringen wird, und wir können es kaum erwarten.