1 July, 2025
Das Unbound wütet wieder
Jedes Frühjahr, wenn der Wind in Kansas durch das Präriegras weht, verwandelt sich die ruhige Stadt Emporia in einen Wallfahrtsort. Tausende Radfans aus aller Welt versammeln sich dort, um sich einer der härtesten, schönsten und legendärsten Herausforderungen des Radsports zu stellen: dem Unbound Gravel.
Im Jahr 2025 fuhren mehr als 5.000 Frauen und Männer – Profis und Amateure – über die hügeligen, zerklüfteten Pfade der Flint Hills, auf einem Untergrund, der so ungewöhnlich wie tückisch ist und nicht umsonst auch als „Champagner-Gravel“ bezeichnet wird.
Das klingt harmloser als es ist. Was zunächst wie lose runde Kiesel aussieht, entpuppt sich als scharfkantiger Feuerstein: winzige Steinsplitter, die Reifen zerfetzen und sich in die Beine schneiden. Die Flint Hills, eine weitläufige Region, die nicht von Gletschern eingeebnet wurde, sind eine wilde Gegend mit exponierten Kämmen und langen, sanften Anstiegen. Sie sind atemberaubend, aber gnadenlos. Eine Wolf im Schafspelz.
Das legendäre Hauprennen über 200 Meilen bzw. 320 Kilometer ist nach wie vor das Herzstück des Events. Durchschnittsgeschwindigkeiten von über 38 km/h sind möglich; eine unglaubliche Leistung angesichts loser Steine, Staub ohne Ende und völliger Abwesenheit von Schatten oder Schutz. Doch Tempo ist hier nicht alles. Man muss sich das Rennen gut einteilen, die Ausrüstung klug wählen, seine Pannen selbst beheben und vor allem: durchhalten. Wer zu viel riskiert, fällt zurück. Wer sich anpasst, überlebt.
Dieses Jahr wurde das Unbound zum ultimativen OOLAB-Testgelände für zwei neue Orbea-Modelle: das Terra Race und das verbesserte Terra. Zwei Bikes, die modernes Graveln sehr unterschiedlich, aber gleichermaßen anspruchsvoll interpretieren.
Morgan Aguirre: Unerschütterlich
Morgan Aguirre überlebte nicht nur, sie finishte auf Platz 9. Das ist nur mit echtem Talent möglich. An einem Tag, an dem viele, die ganz vorn hätten landen können, erschöpft zurückfielen oder einfach Pech hatten, lieferte sie beeindruckend und mutig ab.
Nach einem enttäuschenden DNF bei ihrem Unbound-200-Debüt 2024 kehrte die Amerikanerin dieses Jahr mit unerschütterlicher Entschlossenheit zurück. Auf dem Orbea Terra mit dem unverkennbaren OOLAB-Logo bewies Aguirre erneut, dass sie eine echte Macht in der Gravel-Szene ist.
Doch beim Unbound reicht Können allein nicht aus, auch die Geister des Kanza müssen einem wohlgesonnen sein.
„Es ist das erste Mal, dass ich beim Unbound gefinisht habe, und das Rennen war, glaube ich, eine tolle Möglichkeit, das Terra Race zu testen“, sagte Morgan. „Das Bike hat unglaublich gut reagiert. Die Geometrie ist deutlich aggressiver. Ich war überrascht, wie leicht ich mich in den Abfahrten absetzen konnte, einfach durch Treten. Wir sind hintereinander bergab gefahren. Ich habe mich umgeschaut und da hatte ich schon mit minimalem Aufwand eine deutliche Lücke gerissen.
Die Laufräder sind extrem schnell und unglaublich robust. Sie haben selbst harte Schläge problemlos weggesteckt.“
Das neue Terra Race wurde für Ansprüche wie die von Morgan entwickelt: Es ist aggressiv und äußerst wettkampforientiert.
Lukas Baum & Lawrence Naesen geben auf
Dieses Rennen hat mit niemand Mitleid, auch nicht mit den Stärksten. Lukas Baum, ein zäher Kletterer, und Lawrence Naesen, ein erfahrener WorldTour-Fahrer, reisten als ernstzunehmende Sieganwärter nach Kansas. Doch beide mussten das Rennen vorzeitig beenden. In Emporia zählen Lebensläufe nichts, hier wird nichts erklärt, sondern Opfer gefordert.
Beide fuhren – genau wie Morgan – das Terra Race. „Ich habe mich auf dem Rad sehr wohl gefühlt, es ist steif, aber doch komfortabel. Mir gefällt die runde Sattelstütze, die anscheinend den Komfort liefert, der nötig ist, um die Steifigkeit des Rahmen auszugleichen. Der integrierte Carbonlenker ist auch ein wichtiges Detail. Ich war sicher, dass ich auf diesem Bike richtig pushen kann (…)“, sagte Lawrence.
„Auch die Nabe der neuen RP50-LTD-Laufräder von OQUO ist in meinen Augen beeindruckend. Ich fühlte mich richtig stark, hatte aber kein Glück und bekam Snakebites an beiden Reifenseiten. Echt schade, das Rennen so zu beenden, aber vom neuen Setup war ich mehr als angetan. Ich werde diese Laufräder auch bei den belgischen Straßenmeisterschaften in Binche einsetzen.
Insgesamt war es eine großartige Woche. Für die schönen Momente hat sich die Reise absolut gelohnt. Das ist Graveln!“
Griffin Easter: Mit langem Atem
Das vierte Mitglied der Orbea-Expedition, Griffin Easter, kam mit einigen Gravel-Siegen nach Emporia. Er kann Rennen lesen und smarte Strategien umsetzen, was ihm großen Respekt in der Gravel-Szene eingebracht hat. Ihm war klar, dass beim Unbound alles passieren kann. Deshalb spielte Easter auf Zeit, setzte auf konstantes Tempo, blieb geduldig und fokussiert. Am Samstag behielt er die Nerven und tappte nicht in die Falle, zu früh zu viel zu geben. Während anderen Hitze, Steine und die scheinbar endlosen 320 Kilometer sehr zusetzten, machte er einfach immer weiter und belegte einen sehr respektablen 32. Platz.
Angesichts dieser Strategie entschied sich Griffin für das neue Terra.
Es ist für lange Strecken gemacht und auf Komfort ausgelegt, was aber nicht auf Kosten der Leistung geht. Das Bike ist ideal für Distanzen, die sich irgendwo zwischen Marathon und Ultra bewegen, wo jede Entscheidung zählt.
„Das Cockpit des Terra ist selbst nach fast zehn Stunden Renneinsatz extrem komfortabel. Das neue Terra ist genauso schnell, auch mit breiteren Reifen. Ich bin zweimal gestürzt und bin mit dem Hinterrad hart in ein riesiges Schlagloch geknallt, dem ich nicht mehr ausweichen konnte, aber das Bike hat alles weggesteckt. Die neuen RP50-LTD-Laufräder von OQUO mit OQUO-Naben sind eine absolut sichere Bank.
Ich liebe das neue LOCKR – 35 % mehr Stauraum im Rahmen –, selbst voll beladen fühlte sich das Bike noch immer sehr leicht an. Keine vollgestopfte Satteltasche mitschleppen zu müssen, ist ein riesiger Vorteil bei so langen Rennen.“
Das Unbound war nicht gerecht. Nicht alle fuhren das für sie bestmögliche Ergebnis ein. Doch unsere vier auf ihren Orbea Terra verlassen Kansas in dem Wissen, Teil von etwas Größerem gewesen zu sein. Das ist der Beginn der Zukunft des Gravel Racings.
Für Orbea war das Unbound dieses Jahr nicht nur ein Rennen. Es war der Abschluss eines langen, geheimen Forschungs- und Entwicklungsprozesses. Die offizielle Premiere zweier neuer Gravel-Maschinen von Orbea: das maximal leistungsfähige Terra Race und das auf Langstreckenkomfort ausgelegte Terra.
Mit beiden reagiert Orbea auf ein Gravel-Verständnis, das sich innerhalb weniger Jahre drastisch gewandelt hat. Eine Disziplin, die immer professioneller, schneller und anspruchsvoller wird. Orbea hat diesen Wandel nicht nur verstanden, wir sind mit ihm gewachsen.