Eine legende verstärkt das orbea factory team

Eine ganz besondere Geschichte

Wir schreiben den 14. März 2008. Heute steht die 3. Etappe von Tirreno–Adriatico auf dem Programm. Im Morgengrauen packt ein Radsportler vom Team Caisse d'Epargne auf seinem Hotelzimmer einen ganz speziellen Rucksack. Kurz vor dem Start des Rennens drückt er ihm seinem Masseur in die Hand und sagt: “Ich werde heute gewinnen, deshalb brauche ich den Rucksack bitte nachher beim Podium.”

Dann fährt er los und gewinnt die Etappe.

Der Radsportler, von dem wir hier sprechen, ist niemand anderes als Joaquim Rodríguez. Zu dieser Zeit längst eine Legende im Radsport und unter seinem Spitznammen “Purito” weltweit bekannt und beliebt. 45 Profisiege stehen auf seiner Erfolgsliste, darunter 14 Siege bei den drei großen Landesrundfahrten, zwei Triumphe bei der Katalonienrundfahrt, ein Sieg beim Flèche Wallonne, zwei Titel bei der Lombardeirundfahrt und ein Sieg bei der Baskenlandrundfahrt, dreimal Platz eins in der WorldTour-Rangliste und zwei WM-Medaillen.

Das Beste aber: dieser Mann ist jetzt einer von uns. Denn “Purtio” fährt ab der neuen Saison für das Orbea Factory Team. Gemeinsam mit unseren Fahrern Ibon Zugasti, Tomi Misser und Sandra Jordá bildet er ein starkes und erfolgshungriges Team, das eine aufregende Saison 2020 verspricht.

So wächst die große Familie rund um das Orbea Factory Team weiter. Eine Familie, die sich in der kommenden Saison auf die Unterstützung von starken Partnern wie Orca, SRAM, Škoda, Isostar, DT Swiss, Maxxis oder Evoc verlassen darf.

RADSPORT IM HERZEN

Mit vielen Jahren im Spitzenradsport im Gepäck wird “Purito” all seine Erfahrung in die Mannschaft einbringen. Freust du dich schon auf unseren Neuzugang? Wir auf jeden Fall. Deshalb haben wir mit Joaquim Rodríguez über seine Ziele mit dem Orbea Factory Team und seine Leidenschaft für den Radsport gesprochen.

Herzlich willkommen im Orbea Factory Team. Erzähl uns doch, was dich dazu bewegt hat, dich dem Team anzuschließen.

Vielen Dank. Ich bin sehr glücklich mit meiner Entscheidung. Nach 17 Jahren als Radprofi möchte ich den Sport von einer anderen Seite erleben. Ich habe genau das gesucht, wofür Orbea steht: Spaß am Radfahren auf eine Art und Weise, die jedem auf seine Art persönliche Höchstleistungen ermöglicht. Ich habe das Team schon früher verfolgt und ein wenig neidisch auf diese tollen Abenteuer geblickt. Und irgendwann habe ich mir gesagt: “Ich will dazugehören!” Ohne diesen Druck des Gewinnenmüssens solche Abenteuer wie Cape Epic, Titan Desert, Orbea Monegros oder La Purito zu erleben. Das habe ich gesucht. Deshalb bin ich jetzt hier.

Abenteur, die während deiner Profikarriere undenkbar gewesen wären?

Genau. Als Profi denkst du über solche Events nicht nach. Sie sind ganz weit weg von deiner Blase. Und dein Team würde es ohnehin nicht erlauben. Ich hätte mir zum Beispiel früher nicht vorstellen können, das Cape Epic zu absolvieren. Wenn ich jetzt in meinem Netzwerk davon berichte, bekomme ich von vielen Profis Nachrichten wie: “Was würde ich dafür geben die Karriere an den Nagel zu hängen und so zu leben wie du.” Und das schreiben Radsportler, die keine 25 Jahre alt sind.

Was dürfen deine Fans von deinen kommenden Abenteuern erwarten?

Auf jeden Fall keine Siege. Darum geht es mir nicht mehr. Für mich ist der Radsport eine Leidenschaft und das möchte ich vermitteln. Ich kann mich für alles begeistern, das irgendwie mit dem Fahrrad zu tun hat. Ich bin gespannt auf die ersten Mountainbike-Rennen des Jahres. Und in meinem Kopf kreisen viele Ideen für Abenteuer. Wenn ich diesen Sport nicht mit ganzem Herzen lieben würde, wäre das alles nicht denkbar. Und diese Liebe für den Radsport möchte ich weitergeben.

Was war dein erster Eindruck von den Orbea Bikes?

Ich bin mit dem Oiz unterwegs und war vom ersten Moment an begeistert von seinem Handling. Es ist ein superleichtes Bike, das sehr, sehr gut klettert. Das hat mich wirklich beeindruckt. Jetzt muss ich noch ein paar Abfahrten einbauen. Aber bisher bin ich sehr positiv überrascht.

Was für ein Verhältnis hast du zu der Öffentlichkeit, speziell seit du auf Social Media aktiv bist?

Ich pflege eine ganz natürliche Beziehung zur Öffentlichkeit. Ich mag Social Media, aber ich bin nicht davon besessen. Ich bin kein Influencer und will auch nicht davon leben. Ich bin einfach ich selbst und mache das, was ich machen möchte. Trotz meiner vielen Follower mache ich mich nicht zum Sklaven der sozialen Medien. Und ich glaube das gefällt den Leuten. Ich versuche auch niemanden zu sperren, sondern Kritik auf meine Art zu beantworten. Social Media ist ja keine Nachrichtensendung.

“Ich sehe mich als Pionier des Radsports.”

Du warst schon als Profi jemand, der immer über die neuesten Trends Bescheid wusste.

Als Profi habe ich mich als Pionier gesehen. Heute sprechen alle von neuen Technologien, Trainingsplänen, Höhentrainingslagern oder Aerodynamik. Aber all das haben wir auch schon vor zehn Jahren gemacht. Der Unterschied ist nur, dass es heute für alle zugänglich ist, während es früher den Teamkapitänen vorbehalten war.

Lass uns über deine ersten Jahre als Profi sprechen. Schließlich kommst du zurück ins Baskenland, wo nicht nur Orbea verwurzelt ist, sondern wo du während deiner Zeit im Team Iberdrola gelebt hast.

Vor meinem Debüt als Profi hatte ich das Glück zwischen meinem 18. und 20. Lebensjahr für Iberdrola zu fahren und im Baskenland zu leben. Ich denke gerne an diese Zeit zurück. In diesen Jahren bin ich erwachsen geworden. Ich habe gelernt, was es bedeutet groß zu sein. Die Trennung von den Eltern, Reisen, neue Menschen zu treffen, ständig zu lernen und selbst die Verantwortung zu tragen. Doch all das hat wunderbar funktioniert und ich habe gute Freunde gefunden, denen ich heute noch verbunden bin. Im ersten Jahr habe ich in Ordizia (Gipuzkoa) gelebt, in einer WG mit anderen jungen Sportlern. Radfahren war genauso wichtig wie das Leben zu genießen.

In deiner zweiten Saison wurde es dann etwas ernster.

Das stimmt, im zweiten Jahr wurde es ernster. Sie haben mich zu deutlich mehr Rennen geschickt. Ich war jetzt viel näher dran an den Profis und sollten zum Beispiel dem großen Team ONCE die Stirn bieten, etwa während der Tour del Porvenir.

Du hast die baskische Leidenschaft für den Radsport also am eigenen Leib erfahren.

Ganz genau. Rennen im Baskenland sind für Radsportler aus aller Welt etwas ganz besonderes. Diese Leidenschaft findest du nirgends sonst. Ich habe hier gelebt und fühle mich schon deshalb als Teil der baskischen Radsporthistorie. Ich war regelrecht verliebt in die “Orangene Flut”. Ich bin für mein Team gefahren, aber ich war auch Fan von Euskaltel-Euskadi. Ich habe mich über ihre Siege gefreut. Es war unglaublich, was sie erreicht haben.

Hast du Vorbilder im Radsport? Welche Fahrer haben dich beeinflusst?

Ich hatte Vorbilder und habe sie noch. Aus der aktuellen Generation gefällt mir zum Beispiel Iván García Cortina. Ich bin überzeugt, dass er noch einige große Rennen bei den Klassikern abliefern wird. Und ich bewundere Peter Sagan dafür wie er den Radsport und das Leben liebt und dich dabei stets freundschaftlich behandelt.

Und von den Radsportlern die ihre Karriere beendet haben?

Ich habe mich immer als Klassikerfahrer gesehen. Entsprechend habe ich Fahrer wie Michele Bartoli, Paolo Bettini, Johan Museeuw oder Pascal Richard bewundert. Ich habe immer noch Zeitungsartikel über meinen Sieg mit Iberdrola beim Memorial Velnciaga im Jahr 2000. Damals wurde mein Traum geboren, einmal Lüttich-Bastogne-Lüttich zu gewinnen. Obwohl ich dreimal auf dem Treppchen stand, habe ich das aber leider nie geschafft. Das ist rückblickend das Einzige in meiner Karriere, was mich etwas schmerzt.

“Ich bin voller Leidenschaft für alles, was irgendwie mit einem Fahrrad zu tun hat.”

Seitdem sind ein paar Jahre ins Land gezogen. Aber du brennst nach wie vor für den Radsport.

Ich habe das Radfahren immer geliebt. Ich musste mich nie überwinden, um zu trainieren oder ein Radsportler zu sein. Ich habe es mit großer Freude getan. Der Radsport macht einfach so viel Spaß. Und er hilft mir abzuschalten und zu mir selbst zu finden. Der Großteil meiner Bekannten sind Radsportler. Mein Leben dreht sich einfach um das Fahrrad. Und der Radsport entwickelt sich ständig weiter. Heute gibt es viel mehr Möglichkeiten diesem Sport verbunden zu sein, als noch vor ein paar Jahren.

“Der Radsport ist meine Leidenschaft.”

Zum Abschluss: Was bedeutet Radsport für dich persönlich?

Radsport ist für mich eine Lebensart. Wenn ich über das Radfahren rede, dann geht es mir genauso um den Hobbysportler, der nach dem Frühstück seine 20 Kilometer fährt, wie um den Profi, der jeden Tag sechs Stunden lang im Sattel sitzt. Ich versuche meine Leidenschaft für diesen Sport auch an meine eigenen Kinder weiterzugeben. Wenn sie das Radfahren nur halb so sehr lieben wie ich, wäre das großartig. Radsport bedeutet mir alles.

Eskerrik asko, Purito. Ongi etorri!

Vielen Dank, Purito. Willkommen im Team!

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