17 December, 2024
OOLAB. Wie wir das neue Wild entwickelt haben
Geformt in der Hitze des Wettkampfs
Wie hebt man ein so potentes Fahrrad wie das Wild auf die nächste Stufe?
In der E-EDR mit unserem Orbea Enduro Team zu testen, hat uns weit gebracht. Aber wir sind noch einen Schritt weiter gegangen. Mit Martin Maes als Fahrer haben wir ein modifiziertes Wild in den Downhill-Weltcup geschickt. Uns ging es nicht in erster Linie um Ergebnisse. Uns war wichtig, kreative Konzepte in einem sehr harten Umfeld zu testen.
Die Fähigkeiten des Wild auf die nächste Stufe heben
Das Tempo im Downhill ist höher und die Kräfte sind größer als in jeder anderen Mountainbike-Disziplin. Was der OOLab-Prototyp des Wild leisten kann, zeigte sich in Fort Wiliam, Andorra und Mont-Sainte-Anne, wo wir vieles gelernt haben, was uns bei der weiteren Entwicklung des Serien-Bikes hilft.
Das Orbea Wild wurde auf den härtesten Strecken entwickelt, um deine Leistung zu maximieren, egal auf welchem Trail.
Der Dummy, der rockte
Um das Wild in einem Downhill-Weltcup antreten zu lassen, mussten wir Motor und Akku entfernen. Als Ersatz haben wir die „Dummy“-Abdeckung entwickelt. Sie war aber nicht nur notwendig, um das Tretlager montieren zu können, sie erlaubte es uns auch, mit Steifigkeit und Gewichtsverteilung zu experimentieren.
Die OOLab-Athlet*innen testeten Rahmenprototypen mit Dummy und verschiedenen Steifigkeiten. Danach beschrieben sie uns, wie sich das jeweils draußen auf der Strecke angefühlt hatte. In unseren Laboren ergänzten wir diese Eindrücke um harte Zahlen, was die Entwicklung weiter vorantrieb. Testzyklen und Feldtests führten uns heran an den Sweet-Spot in puncto E-Bike-Steifigkeit, den wir rund 10 % höher verorteten als beim entsprechenden nicht E-Bike. Diese Steifigkeit zu erzielen, ohne das Gewicht zu erhöhen, war eine Herausforderung, die wir mit dem verstärkten Rahmendesign meisterten.
Runter mit dem Gewicht
Größere Bikes haben längere Rohre, was die Steifigkeit verringert. Das ist kontraintuitiv, da größere Fahrer*innen mehr Unterstützung brauchen. Unsere Kontrolle über die Steifigkeit erlaubt es uns, den Rahmen anzupassen, sodass sich jede Größe gleicht gut anfühlt. Das ist größenabgestimmte Steifigkeit, und wir glauben, dass wir der einzige Bikehersteller sind, der das momentan umsetzt.
Das E-Bike-System und dessen Gewicht zu entfernen, hat beim Prototyp des Downhill-Wild die Gewichtsverteilung und damit die Einstellung der Federung verändert. Mithilfe der Dummy-Abdeckung experimentierten wir mit verschieden hohen Gewichten an verschiedenen Positionen um das Tretlager herum. Wir fanden schließlich eine optimierte Gewichtsvrteilung, indem wir das Gewicht des Bosch-Systems im Tretlagerbereich simulierten und seine Positionierung im Tretlagerbereich veränderten.
Um die Gewichtsverteilung des E-Bike-Systems zu optimierten, nutzen wir das Secure Battery System (SBS). Das reduziert die Komplexität, aber der größte Vorteil des SBS ist, dass es ermöglicht, das Akku-Gewicht so niedrig wie möglich zu positionieren. Den Effekt haben unsere Athlet*innen schon beim „OOLab Wild DH“-Prototyp bemerkt – und auch das Serien-Wild wird stabiler und leichter zu handhaben.
Wie wär's mit Mullet?
Wenn die Strecke steil wird, ist genug Hinterradfreiheit wichtig. Und die Strecke wird nicht viel steiler als im Downhill-Zirkus. Das Wild mit unterschiedlich großen Laufrädern und unterschiedlichen Umlenkhebeln zu testen, hat uns geholfen, die Möglichkeiten auszuloten, die eine Mullet-Konfiguration bieten kann. Deshalb gibt es diese als Option fürs Serien-Wild.
Unterschiedlich große Laufräder funktionieren wirklich gut mit dem Steep ‘N’ Deep Design, das lange Variostützen aufnehmen kann. Wenn der Sattel ganz unten ist, bleibt zwischen Po und kleinerem Laufrad mehr Platz. Mehr Hinterradfreiheit, maximale Kontrolle.
Leistungsfähiger als je zuvor
Mit verschiedenen Umlenkhebeln zu experimentieren erlaubte es uns, ganz unkompliziert verschiedene Federwege und Kinematiken zu testen. Das OOLab Downhill-Wild hatte 200 mm Federweg, um bestmöglich mit den harten Wettkampfbedingungen zurechtzukommen. Das hatte, gepaart mit mehr Progression, ein paar signifikante Vorteile. Für das Serien-Wild haben wir den Federweg auf 170 mm festgelegt und die Kinematik optimiert, um die bestmögliche Fahrwerksleistung zu bieten, bergauf und bergab.
Komfortabel und progressiv
30 % Progression der Kennlinie.
Eine hohe anfängliche Kennlinie verleiht dem Bike ein komfortables und aktives Fahrgefühl mit ausgezeichnetem Grip. Die zunehmende Progression sorgt dafür, dass das Bike bei harten Stößen, wie sie beim Fahren eines leistungsstarken Bikes auf felsigen Trails unvermeidlich sind, kontrollierbar bleibt.
Immer vorhersehbar
Linear progressiv.
Die Federkennlinie abzuflachen sorgt für eine vorhersehbarere Leistung. Mehr Vorhersehbarkeit bedeutet mehr Vertrauen und Kontrolle. So kannst du härter denn je in die Pedale treten.
Kontrolliertes Bremsen
40-50 % Anti-Rise.
Die Position des hinteren Drehpunkts entkoppelt die Bremskräfte von der Schwingeneinheit, reduziert dadurch das Brems-Feedback und hält das Hinterrad am Boden.
Stabiles Pedalieren
100 % Anti-squat.
So bleibt das Fahrwerk unter Kontrolle, wenn du hart in die Pedale trittst. Für Stabilität und Kontrolle wenn du ruppige Abschnitte und technische Anstiege in Angriff nimmst.
Bereit für Action
Wir haben daran gearbeitet, das Gewicht des Wild dort zu minimieren, wo es Sinn ergibt. Dennoch war klar, dass das Potenzial des neuen ultrapotenten Rahmens durchweg mit kompromisslosen Komonenten zusammengebracht werden muss. Mit einem Gewicht von weniger als 21 kg, fertig aufgebaut, ist das Orbea Wild eines der leichteren Fullpower-E-Bikes auf dem Markt. Und wir sind keine Kompromisse für dieses Gewicht eingegangen.
Das bedeutet kräftige Fox 38-Gabeln, hochwertige Reifen und robuste OQUO „MC 32 Power“-Laufräder, die Leistung über Gewicht stellen.
Kraft trifft Kontrolle
Die Bosch Performance Line CX MJ25.
Das Bosch CX-System für E-Bikes mit weltklasse Leistung und Reaktionsfähigkeit braucht nicht vorgestellt zu werden. Die neueste Generation der Bosch „Performance Line CX“-Antriebseinheit ist leiser, leichter und läuft geschmeidiger als je zuvor. Mit noch präziserer Kontrolle des 85-Nm-Drehmoments sind technische Ansteige leichter denn je zu meistern.
Für die OOLab-E-EDR-Athlet*innen bedeutete die neue Motorhalterung einen zusätzlichen Vorteil. Dadurch entstand eine steifere und direktere Verbindung zum Rahmen, was die Kontrolle maximiert.
Akku-Optionen für DEIN Wild
Zwei Akku-Optionen erlauben es dir, dein Wild deinen Fahransprüchen anzupassen. Wähle den 600-Wh-Akku für das leichtestmögliche Wild, das sich bergauf und bergab extrem reaktionsfreudig fährt. Wenn du regelmäßig lange Tagestouren machst, dann entscheide dich für den 750-Wh-Akku mit großer Reichweite. Für gelegentliche extralange Touren ergänze ihn um den Range Extender.