23 November, 2022
The Last Flight
Torridon (Schottland) steht für die Kombination aus großartigem Radsport und besonderer Gastfreundlichkeit. Über 1000 Meter hoch ragen die Berge in den Himmel. Genauso tief reichen die gewaltigen Seen zu ihren Füßen. Die Eiszeit hat ihre Spuren hinterlassen und diese gleichsam raue wie wundervolle Welt erschaffen.
Kaum jemand, der durch diese Landschaft wandert oder fährt ahnt, dass sich genau hier die britische Bergrettung einschneidend verändert hat. Es passierte in den frühen Morgenstunden des 14. März 1951.
Was an diesem Tag geschah und was daraus gelernt wurde, hat die Art und Weise geprägt, auf die Menschen aus den Bergen gerettet werden, wenn sie selbst dazu nicht mehr in der Lage sind. Und zwar ganz gleich, ob es sich um Militär oder Zivilisten handelt.
Ein Blick auf die Absturzstellen in Großbritannien zeigt eine eindrucksvolle Zahl zerstörter Flugzeuge. Auch aus diesem Grund wurde die Bergrettung der Royal Air Force (RAF) gegründet. Doch hinter dem Namen versteckte sich zunächst nicht mehr als ein kaum für diese Zwecke trainiertes Team, das auf bereits vorhandenes Equipment zurückgreifen musste. Und zwar ganz gleich zu welcher Jahreszeit oder an welchem Ort ein Flugzeug abgestürzt war.
Noch vor Sonnenaufgang des 14. März 1951 krachte ein schwerer, viermotoriger Bomber in den Gipfel des Beinn Eighe, oberhalb des heute berühmten Triple Buttress.
Zwei Wochen verbargen der harte Winter und die tiefhängenden Wolken die Absturzstelle vor dem Rettungsteam.
Ganze fünf Monate lang arbeitete sich das Team dann rastlos immer wieder durch die Berge zur Absturzstelle, bis alle acht Leichen geborgen waren.

Erst diese Tragödie richtete die Scheinwerfer auf die mangelnde Ausbildung und fehlende Spezialausrüstung der Bergrettung.
Diese Geschichte erzählt David „Heavy“ Whalley. Der Mann ist seit 36 Jahren in der Bergrettung der RAF aktiv. Und er ist das Auge und die Stimme eines Ortes mit großer historischer Bedeutung.